Adenauers Raketenschirm

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andreaswagner
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Adenauers Raketenschirm

Beitrag: # 752Ungelesener Beitrag andreaswagner
Di 29. Sep 2020, 22:49

Hallo an Alle,

Hier folgt jetzt ein Kapitel wie es in ähnlicher Form mal in einem Buch zu lesen sein soll. Natürlich gehören als Beleg viele Quellen, Bilder, Diagramme und Anderes dazu, aber das gehört dann ins Buch. Ich würde mich über Anregungen freuen, was ich besser machen kann, ob es gut lesbar ist und Anderes.

Also los gehts... :)

Adenauers Raketenschirm

Konrad Adenauer (Partei CDU) war von 1949 bis 1963 der erste Bundeskanzler der BR Deutschland. In seine Amtszeit fiel die Gründung der Bundeswehr 1956 und deren NATO Anschluss. Adenauer vertrat von Anfang an eine harte Linie gegenüber dem von ihm verhassten Sowjet-Kommunismus. In seine Amtszeit fiel auch eine grenzenlose Atomspaltungs-Euphorie. Atominstitute wurden gegründet und der Weg zur friedlichen Nutzung der Kernenergie geebnet.
1958 wurde der Reaktor eines geplanten deutschen atomgetriebenen Frachtschiffs in Betrieb genommen, und nach der Kiellegung Ende August 1963 erfolgte am 13.Juni 1964 der Stapellauf des nun „Otto Hahn“ genannten 172m langen Schiffs. Es war das 3. zivile Atomschiff der Welt, zuvor hatten nur die UdSSR (Eisbrecher Lenin) und die USA (Savannah) so etwas geschaffen. Die Bürger der jungen Bundesrepublik waren stolz auf ihre aufblühende Wirtschaft, die den technologischen Anschluss an das höchste Weltniveau geschafft hatte.
Atomtechnik und Atomkraft waren positiv belegte Begriffe und jeder ging davon aus, dass wir bald Atomflugzeuge und Atomautos benutzen würden. Nur so ist es zu verstehen, dass auch die Herren der Bundeswehr den Anschluss an das Atomzeitalter suchten.
1955 war der CSU Politiker F.J. Strauß Atomminister und dann 1956 Verteidigungsminister geworden. Damit hatte die BW den perfekten Fürsprecher die atomare Aufrüstung bekommen. Doch was gut für den Angriff war, sollte auch gut für die Verteidigung sein.
Seit dem Sputnik Schock fürchtete der Westen militärisch das Schlimmste und der Ausspruch von SU Staatschef N. S. Chruschtschow, man baue Raketen wie Würstchen am Fließband, war auch nicht beruhigend.
Die UdSSR war ein in jeder Hinsicht verschlossenes Land. Wollte man Informationen über den Stand der dortigen Raketentechnik erlangen, so ging das nur auf zwei Wegen. Entweder man fliegt darüber und macht Fotos oder man baut in eisigen Zonen hoher Gebirge Anlagen, welche die Flugparameter der neuen Raketen, schon bei der ersten Erprobung aufzeichnen. Beides wurde gemacht und führte zu den bekannten Spannungen jener Zeit. Die ersten Raketen der SU wurden noch von Kapustin Jar aus erprobt. Tjura-Tam (Leninsk welches dann in Baikonur umbenannt wurde) kam erst ab 1955 dazu.
Und in KJ wurde eine Rakete getestet, welche dann in großen Stückzahlen gebaut, zur am zweithäufigsten eingesetzten Rakete, nach der V-2, wurde. Kaum ein Konflikt weltweit, wo nicht früher oder später diese Rakete zum Einsatz kam.
Es war die allererste russische Rakete, welche von den Geheimdiensten des Westens ausspioniert wurde.
Deshalb bekam sie die Bezeichnung SS-1 (übersetzt: erste Boden-Bodenrakete). Um den Soldaten eine Begrifflichkeit zu geben, bekam sie bei den NATO Staaten die Bezeichnung „Scud“. Im Osten trug sie die Bezeichnung R-11 (11. Raketenentwicklung) „Semlja“. Die bei den Truppen dann eingeführte Rakete hatte etwas bessere Leistungsparameter als die erste Erprobungsversion und bekam die Bezeichnung SS-1b „Scud-A“, die Weiterentwicklung R-17 „Elbrus“ hieß dann im Westen SS-1c „Scud-B“ Den GRAU-Index, eine unverständliche Kombination aus Buchstaben und Zahlen, lass ich hier mal weg. Diese verwirrt sogar Experten immer wieder.
Die Größe und die Leistungsdaten dieser Rakete waren also einigermaßen genau bekannt. Und so sollte dieser Goliath einen David als Gegenpart bekommen.
Die Herren Adenauer und Strauß waren sich mit den NATO Militärs schnell einig, und die Kosten spielten in der aufstrebenden, wirtschaftlich florierenden Bundesrepublik keine Rolle! So wurde ein gigantisches Flug- und Raketenabwehrsystem geschaffen.
Um das alles zu tarnen, musste eine Legende her… nein Zwei! Es gab Ende der 1950er Jahre nämlich noch keine Möglichkeit eine anfliegende Rakete mit Kernsprengkopf in ihrem Flug aufzuhalten. Versuche hatte es in den USA reichlich gegeben. Eine ganze FlaRak Raketenfamilie war so entstanden.

andreaswagner
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Re: Adenauers Raketenschirm

Beitrag: # 753Ungelesener Beitrag andreaswagner
Di 29. Sep 2020, 22:51

Teil 2

Diese wurde nach der Siegesgöttin in der griechischen Mythologie „Nike“ benannt. Die erste war eine Flugabwehr-Rakete mit Flüssigtreibstoff in der Marschstufe und Feststoffantrieb in der Start- oder auch Boosterstufe. Die Bezeichnung lautete: „Nike Ajax“, aber sie hatte einen riesigen, nicht hinnehmbaren Nachteil. Um von dem Flüssigsauerstoff der ersten Großraketen, welcher schnell verdampfte und zu Versprödungen der Leitungen und Ventile führte, weg zu kommen, hatte man zwei andere, besser lagerbare Sauerstoffträger gefunden. Erstens die hochkonzentrierte Salpetersäure HNO3 und zweitens Distickstofftetroxid N2O4. Beide sind jedoch hochtoxisch, und im Umgang, so beim Be- und Enttanken nur mit Schutzanzügen zu handhaben. Unter Gefechtsbedingungen und an heißen Tagen unzumutbar, so entschied man im Westen. Im Osten war man da nicht so zimperlich, oder einfach nur dem Soldat gegenüber unbedachter. Dort mischte man sogar beide Stoffe noch miteinander, es potenzierten sich die Gefahren, und es entstand das Teufelszeug „Melange“ = Mischung. Rainer Radloff, ein ausgewiesener Experte in der DDR, hat darüber eine Broschüre mit 30 Seiten Umfang geschrieben. Nach der Wende war er einer der gefragtesten Experten und konnte noch jahrelang gutes Geld mit der Beratung zur Entgiftung und Entsorgung dieses Teufelszeugs verdienen. Ca. 40 Lagerplätze plus zwei Großlager nahe der polnischen Grenze gab es in der DDR. Auch im Ausland hatte er viel zu tun!
In der Bundesrepublik wurden zur Ausbildung der FlaRak- Truppen auch die gefährlichen Nike Ajax eingeführt, dann aber schnell entsorgt. Mir ist nur ein Lager dieser Art in Westdeutschland bekannt.
Die Nike Ajax hatte noch einen zweiten Nachteil. Ihre Reaktionszeit war zu lang, ihre Startbeschleunigung zu gering. Zu gering für was? Schließlich war ihre Startstufe nicht schlechter als bei den sowjetischen Vergleichsraketen Dwina und Wolchow. Um ein schnelles Jagdflugzeug abzufangen reichte es allemal aus. Bomber und hoch fliegende Aufklärer waren gar ein einfaches Ziel.
Nein, die Herren Adenauer und Strauß wollten noch mehr. Die SS-1 würde sicher bald in der DDR auftauchen. Eine Stationierung in der UdSSR machte bei der doch eher geringen Reichweite keinen Sinn. Ihr Drohpotential konnte nur der westdeutschen Gesellschaft gelten.
Die FlaRak Nike Ajax hatte aber noch zwei göttliche Brüder. Die Nike Herkules und die Nike Zeus.
Die Nike Zeus war eine reine Antiraketenrakete. Aber sie war groß, teuer und noch nicht ausgereift für einen Direkttreffer. Größenmäßig zwischen den beiden lag die Nike Herkules, Flugzeuge aller Art konnte sie perfekt abfangen bis 110 km Entfernung (bis 160 km, der max. Flugreichweite, wurde die Wahrscheinlichkeit dann immer geringer), doch sie hatte noch mehr Potential. In der Wüste Neumexikos hatte man sie gegen alles geschossen, was es damals an Raketen in den USA gab. Und es zeigte sich, die Nike Herkules war gar kein so schlechter Jagdhund. Egal ob der Gegner eine „Redstone“ eine „Corporal“ oder „Sergeant“ Boden-Boden-Rakete war, oder ob es sogar eine andere Nike-Rakete war, welche einfach in ihre Richtung geschossen wurde, die Nike Herkules kam immer verdammt nah an diese Ziele heran!
Aber es reichte nicht für eine sichere Zerstörung des gegnerischen Ziels. Ihr größtes Potential, war zweifellos ihre Reaktionsgeschwindigkeit. Wer einmal einem Start beigewohnt hat, vergisst es nie wieder. Man sagt es sei kein Start, sondern eine Explosion! Kaum haben die vier Startbooster gezündet, sind sie auch schon wieder abgeworfen, in weniger als 4 s ist Mach 2 erreicht. Selbst senkrecht geht die Beschleunigung noch weiter. Mach 3 – Mach 3,5 – die Spitzengeschwindigkeit ist die höchste aller Fla-Raketen, höher noch als die der „Wega“.
So schnell muss man auf deutlich über 40km steigen um eine Chance gegen Raketen zu haben, welche sich mit über Mach 5 nähern. Ist man nahe genug an dem Ziel, reicht eine „kleine“ Atomladung aus, um das Ziel sicher zu zerstören. Klein heißt dabei, 30 Prozent der Hiroshima Bombe (4kt)
4 kt in über 10 km Höhe (Aktivierungshöhe des Kernsprengsatzes) sollten keinen Schaden am Boden anrichten!
Ich wollte dann doch nicht im Freien sein, 40km Höhe wäre aber vielleicht sicher gewesen. Wir wissen es nicht, werden es vielleicht auch nie erfahren, aber die Ammis werden sicher entsprechende Versuche gemacht haben. Zerstörerische Druckwellen können im „Fast“-Vakuum aber nicht mehr entstehen. Die max. Steighöhe lag bei 46 km. Im Osten wurde nie verstanden, warum es im Westen Flugabwehrraketen mit 46 km Steighöhe gab?

andreaswagner
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Re: Adenauers Raketenschirm

Beitrag: # 754Ungelesener Beitrag andreaswagner
Di 29. Sep 2020, 22:52

Teil 3

Jedenfalls begann die Kaderausbildung schon 1959 als die zukünftige Rakete noch gar nicht zur Verfügung stand und aus diesem Grund wurde dann auch erstmal auf dem Truppenübungsplatz bei Hof im Westerwald mit den ungeliebten Nike Ajax geübt.
Gleichzeitig wurden Stellungen ausgesucht und das Land von den Bauern und Waldbauern gekauft. Freilich erfahren, was da geplant wurde, hat keiner.
Bis 1961 waren alleine östlich von Köln 14 Liegenschaften erworben und die letzte, ein Raketen-Großlager bis 1971 fertig ausgebaut. Die Startstellungen waren alle schon 1964 fertig und einsatzbereit.
Wie können wir uns eine solche „getarnte“ Abwehrstellung vorstellen. Anders als bei der russischen Wolchow-Rakete konnte die Nike Herkules nicht aus der Startstellung heraus radargeführt werden. Ein Nachteil wird mancher denken, doch es gibt ein Problem, wenn man eine Rakete auf der geraden Sichtlinie zum Ziel führt. Das Phänomen nennt sich „Hundekurve“ und es ist gefährlich.
Stellen wir uns vor, ein Hund steht auf der Stelle und sieht plötzlich ein Kaninchen und will dieses fangen.
Der Hund rennt los, natürlich in die Richtung, in der er sein Ziel sieht, also gradewegs zum Kaninchen. Doch dieses läuft seitlich weg. Nehmen wir an, vom Hund aus gesehen, nach rechts. Jetzt muss der Hund seinen Kurs korrigieren, er läuft, da er noch weit entfernt ist etwas nach rechts. Der Hund ist ein Jagdhund und sehr schnell. Doch immer wenn er 10 m gelaufen ist, ist sein Ziel der langsamere Hase 5 m weiter rechts. Jetzt muss der Hund seinen Kurs, da er schon näher ist, stärker korrigieren. Er legt sich in eine Rechtskurve und läuft ungebremst weiter. Ist er nur noch 10 m vom Hasen entfernt, wird die Winkelgeschwindigkeit mit der er den Hasen nach rechts laufen sieht sehr groß. Er muss schon fast auf dessen Kurs einschwenken. Sein Kurvenradius wird immer kleiner! Der Hund verliert in der engen Kurve vielleicht sein Gleichgewicht oder den nötigen Halt am Boden. Eine Rakete erleidet an den Flossen einen Strömungsabriss oder bricht, strukturell überfordert, auseinander. US Piloten und Israelische Piloten, welche Erfahrung mit der Wolchow gemacht hatten berichteten, das zwei Raketen auseinander gebrochen waren, bevor eine Dritte sie mit ihren Gefechtskopf-Splittern erreicht hatte.
Wenn nun der Hase aber schneller als der Hund läuft, wird die Abfangkurve gegen Ende sehr scharf und hinterher rennen geht dann sowieso nicht. Auch ist die Zeit für einen zweiten Versuch beim Abfangen einer schnelleren Rakete nicht gegeben. Der erste Schuss muss sitzen!
Folglich muss das zum Ziel führende Radar weit außerhalb der Startstellung liegen. Es ist eben nicht günstig, wenn das Zielauge auf der Nase des Hundes liegt, und mit Vorhaltewinkeln ist das so eine Sache. Schön, wenn das Ziel nicht lenkt!
Nun, das ist bei in die Lufthülle eintretenden Kernsprengköpfen nicht der Fall, erst die Pershing 2 konnte so etwas. Aber die Radarstellung für die Nike Herkules musste aus noch einem Grund mindestens 900m entfernt sein. Die 4 Triebwerke der Rakete ionisierten die Luft so stark und die beschleunigte auch noch so schnell, das eine stabile Aufschaltung zur Steuerung erst ab dieser Entfernung gegeben war. Direkt hinter der Rakete konnten keine Lenksignale abgegeben werden. Und anderseits konnten die Antennen beim Start sonst nicht schnell genug mitdrehen.
So waren die Startstellungen mit der Radarführungsstelle immer über eine unterirdische, störungssichere 900 m bis max. 5000 m lange Leitung verbunden. In einem Fall war die Radarleitstelle tatsächlich in 5 km Entfernung!
Noch heute lese ich manchmal, wie schwer eine Verlegung mit der Nike Herkules gewesen wäre, wegen der vielen Gerätschaften und der Schienenanlage (ähnlich bei der Wega). Sowas lese ich dann mit Vergnügen z. B. in Büchern von Herrn Bernd Biedermann, einem „absoluten Experten“ der westlichen Raketentechnik. Ja sicher, wir hätten die Strassen und Wege aufgerissen um an die gut versteckten Signalkabel zu kommen und diese nach der Verlegung eben mal wieder verbuddelt. Weil doch Partisanen (Ostagenten?) mit einem Schnitt eine wichtige Stellung unbrauchbar gemacht hätten. Oder will einer ein km-langes, dickes Kabel bewachen, haha.

andreaswagner
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Re: Adenauers Raketenschirm

Beitrag: # 755Ungelesener Beitrag andreaswagner
Di 29. Sep 2020, 22:54

Teil 4 letzter Teil

Nun, es gab also die Radarstellung, immer auf einem Berg oder Hügel, in jedem Fall der höchste Punkt weit und breit, mit km-weiter freien Sicht nach Osten. Dann in also 0,9 bis 5 km Entfernung die so genannte Feuerstellung. Die sah in allen Fällen fast gleich aus. Hinter dem Wachgebäude zweigten sich die Wege, einer führte hinter einem großen Wall zu einem Endmontage-Gebäude mit Laufkran und je einem Tor hinten und vorne. Vom hinteren Tor führte der Weg wieder zur Zugangsstrasse zum ersten Rampenbereich. Hier war die erste Leichtbauhalle. Sie diente nur dem Sicht und Wetterschutz. In ihr lagerten auf zwei Schienen 9 Raketen für die Luftabwehr. Diese Schienen führten durch das Haupttor zum Rampenbereich mit drei Startrampen. Der Rampenbereich war mit einem Erdwall umgeben. In diesem war der Startbunker, nur ein kleiner Sicherheitsbereich für die Bedienmannschaft. Hinter dem Wall ein kleines Generator und Relayhaus. Auf dem weiteren Weg kam dann die US Wache. Ein längliches Gebäude mit einem Wachturm an der Stirnseite. Hinter der Wache lag der 3-fach gesicherte Atomraketenbereich. Hier waren nochmal zwei Hallen mit Raketen, diese hatten aber eben einen Atomsprengkopf und wären sicher nicht auf niedrig fliegende Flugzeuge verschossen worden!
In einem dritten Areal war die Kaserne mit Fahrzeugpark untergebracht ca. 2 bis 4 km entfernt und etwa 250 x 300 m groß.
Adenauers Raketenschirm bestand aus 8 Feuerstellungen, verteilt um den Großraum Köln mit der Chemiestadt Leverkusen im Norden und der Hauptstadt Bonn im Süden. Im Einzelnen waren das:
(jeweils die Lage der Feuerstellung)
40 km ONO von Köln: Marienheide NO Linge S ist heute ein Industriegebiet, eine Halle ist erhalten
80 km ONO von Köln: Lennestadt-Elspe NO Oedingen NW ungenutzt, verfällt. Der Ostteil der Anlage wurde zum Lagerbereich von Patriot- Raketen. NW bei Schöndelt NO entstand 1987 im ehem. Radarbereich die Patriot Feuerstellung mit 6 Rampen, alles gut erhalten, gesperrt, verschiedene Nutzer (Polizeihundeschule)
40 km OSO von Köln: Waldbröl SW Bladersbach S wurde 1987 zur Patriot-Stellung mit 8 Rampen umgebaut, heute fremdgenutzt
80 km OSO von Köln: Burbach S am NO Rand des Siegerlandflughafen, heute ein Lidl Vertriebslager, am Westrand des Flughafens in 900 m Entfernung war der Radarbereich, heute Hundezentrum Siegerland
35 km NW von Köln: Neuß SW Holzheim SW heute Freizeitpark Raketenstation Hombroich
35 km WNW von Köln: Bedburg NW Kirchherten NO
35 km SW von Köln: Nideggen NO Thum NO im Wald, verfällt, wächst zu
35 km SSW von Köln: Euskirchen S Billig SW im Wald 1km von Billig, unbedingt auf Google Earth ansehen, ist erstaunlich gut erhalten, sogar die 3 Rampenpositionen in den 3 Stellungen sind einwandfrei zu erkennen!
Hier können wir auch noch deutlich den Raketenbereich für die Flugabwehr östlich abgetrennt durch die US-Wache von den beiden Raketenabwehrstellungen erkennen. Also einfach mal Euskirchen Billig eingeben und staunen!
Da standen sie also, die Davids welche den R-17 „Elbrus“ SS-1c „Scud-B“ den vorzeitigen Garaus bereiten sollten. Nach meinem Wissen gab es im Kalten Krieg nur 3 Städte, die so geschützt waren.
Nun zu den beiden Legenden, von denen ich am Anfang sprach.
Die erste Legende: alle Raketen dienten nur der Fliegerabwehr
Die zweite Legende: die Amerikaner waren nur in den Stellungen um die deutschen Soldaten auszubilden

Gruß Andreas

peter.hall
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Re: Adenauers Raketenschirm

Beitrag: # 803Ungelesener Beitrag peter.hall
So 11. Okt 2020, 18:20

Hallo Andreas,

Mit dem Buch hast Du Dir ja etwas vorgenommen, Womit wird sich das Buch beschäftigen?

Das Kapitel Adenauers Raketenschirm ist von der Form her flüssig geschrieben. Bzgl. Deiner Aussagen zu der Scud hätte ich inhaltlich so manches zu bemängeln.
Ich trage mich selbst mit dem Gedanken ein Buch zur Scud zu schreiben, ich bin genau wie Du noch in der Recherchephase, ich wurde wie Du am zu beschreibenden Raketensystem ausgebildet und eingesetzt.

Wenn ich Deine Aussagen bzgl. der Scud beurteile, denke ich, dass manche Deiner Formulierungen dem Fakt nicht gerecht werden.

->"Kaum ein Konflikt weltweit, wo nicht früher oder später diese Rakete zum Einsatz kam."
Ich komme auf nicht einmal ein Dutzend Kriege (nicht bloß Konflikte) bei mehr als 100 Kriegen nach dem II. Weltkrieg weltweit, die durch einen Scudeinsatz gekennzeichnet waren.

-> "Entweder man fliegt darüber und macht Fotos oder man baut in eisigen Zonen hoher Gebirge Anlagen, welche die Flugparameter der neuen Raketen, schon bei der ersten Erprobung aufzeichnen. "
Damals gab es keine Satelliten, ich glaube nicht, dass man mit einem Flugzeug die Flugbahn einer ballistischen Rakete ausmessen kann. Kapustin Jar
wurde mit Radarsystemen von Diyarbakir seit 1955 ausgespäht, das meines Wissens mit etwas über 600m nicht in eisigen Zonen hoher Gebirge liegt.

-> "Und in KJ wurde eine Rakete getestet, welche dann in großen Stückzahlen gebaut, zur am zweithäufigsten eingesetzten Rakete, nach der V-2, wurde."
Leider waren die Scud-B's und ihre Clone (z.B. Al Hussein) das meist eingesetzte ballistische Raketensystem aller Zeiten, die V-2 kam wohl 3315 Mal zum Einsatz,
die Scud hatte mehr, z.B.
1. Golfkrieg, 529 durch Irak, 76 durch Iran
afghanische Bürgerkriege, > 2500 durch afghanische bzw. sowjetische Truppen
2. Golfkrieg ca. 90 durch Irak
2. Tschetschenienkrieg ca. 250 durch russische Truppen

->"Den GRAU-Index, eine unverständliche Kombination aus Buchstaben und Zahlen, lass ich hier mal weg. Diese verwirrt sogar Experten immer wieder."
Obwohl ich mich nicht als Experte sehe, kann ich die Verwirrungen zum GRAU-Index auflösen, also frage bitte genauer.

-> "Die Herren Adenauer und Strauß waren sich mit den NATO Militärs schnell einig, und die Kosten spielten in der aufstrebenden, wirtschaftlich florierenden Bundesrepublik keine Rolle!
So wurde ein gigantisches Flug- und Raketenabwehrsystem geschaffen.- wurde erst ein Jahrzehnt später installiert."

Ich würde Raketenabwehrsystem streichen.

andreaswagner
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Re: Adenauers Raketenschirm

Beitrag: # 805Ungelesener Beitrag andreaswagner
So 11. Okt 2020, 23:18

Hallo Peter,

danke für deine Mühe mir so genau zu antworten!
1. Nun, einen Titel habe ich noch nicht… bisher ist es eine Sammlung von Kapiteln über Geheimnisse des Kalten Krieges. Aber vielleicht gehe ich in der Zeit auch darüber hinaus. Auch jetzt gibt es wieder Geheimnisse unseres Staates ! Nicht gegen uns Bürger gerichtet, aber auch nicht im Sinne aufrechter Demokraten.
2. Vielleicht kannst Du mir sagen, wo ich inkorrekt über die Scud geschrieben habe.
3. Stimmt, der Begriff Konflikt ist da falsch gewählt. Da sollte ich genauer sein.
4. Tatsächlich haben die Britten und die USA ständig den Luftraum der UdSSR verletzt, oder Scheinangriffe geflogen, um Radartätigkeit zu provozieren. Hunderte von Ballons sind in 25 bis 40 km Höhe über die SU gedriftet. Telemetrie Aufklärer flogen ständig an den Grenzen entlang.
5. Ich kann mich an einen Fall erinnern, wo militärische Messgeräte zur Überwachung der Funk- und Telemetrie- Übertragung der SU nach einer Schneeschmelze in einem Gebirgsbach in der Türkei oder in Pakistan gefunden wurden. Leider habe ich den Zeitungsartikel nicht mehr.
6. Ich hatte die Zahl der Scud Schüsse im afghanische Krieg nicht so hoch eingeschätzt, ist ja der Wahnsinn! Woher hast Du die Zahlen?
7. Auch im Buch vom Kurt sind verzeihbare Verwechslungen. Mal wird das System benannt dann das Startfahrzeug, dann die Rakete…. Das führt dann zu Verwechslungen und ich möchte einen größeren Leserkreis bedienen, der sich das dann sowieso nicht merken kann.
8. Du: „Ich würde Raketenabwehrsystem streichen.“ Ja, aber das ist doch gerade die Aussage des ganzen Kapitels! Es gab einen hochreichenden Raketenabwehrschirm in dreifacher Staffelung. In meinem Buch gibt’s dazu eine Grafik, wie das Ganze wirken sollte! Ich habe auch zu den durchgeführten Tests in den USA Kopien von geheimen Unterlagen und die entsprechenden Dienstvorschriften. Das war DAS große Geheimnis und bis heute wird diese Absicht von der Politik geheimgehalten!

Gruß Andreas

andreaswagner
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Re: Adenauers Raketenschirm

Beitrag: # 807Ungelesener Beitrag andreaswagner
Di 13. Okt 2020, 15:08

Nachtrag zu Punkt 5.

Also ich habe zum Thema „Spionage der Telemetrie-Daten von Raketen in der Erprobung“ von einem Freund folgendes Erfahren:
Meine Vermutung die Spionage wäre von der Türkei oder Pakistan aus erfolgt, ist falsch.
Richtig sei, die Station mit verschiedenen Messinstrumenten befand sich auf einem sehr hohem Berg in Persien (Iran). Die USA nutzten das schlechte Verhältnis zwischen Persien und der UdSSR aus. Die Rote Armee hatte im 2. Weltkrieg Teile von Persien (Kurdistan) erobert und weigerte sich nach dem Krieg, das Land zu verlassen. Erst auf massivem Druck durch US-Präsident Truman (er drohte Stalin mit dem Einsatz von Atombomben „Irankrise“) verließ die Rote Armee im Mai 1946 das Land.
Das ermöglichte den Aufbau einer Lauschstation östlich von Teheran, nördlich von Schahmirzad. Dort sind die Berge über 3600m Hoch. Der Blick geht über das Kaspische Meer bis in den Luftraum östlich von Wolgograd.

andreaswagner
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Re: Adenauers Raketenschirm

Beitrag: # 869Ungelesener Beitrag andreaswagner
Sa 7. Nov 2020, 00:37

Hallo Kurt,

nochmal zu Punkt 2 und meiner Frage wo ich unkorrekte Angaben zur Scud gemacht hatte.
Vielleicht kannst du mir folgende Daten bestätigen oder korrigieren.

OT-Boden-Boden-Rakete 8K14 NATO Bez.: „Scud“
Länge: 11,164 m
Tankdurchmesser: 0,880 m
Masse: 5,840 t (andere Angaben: 5,862 t)
Masse von Brenn- Treib- und Anlasserkraftstoff: 3,771 t
Startschub: 13,31 t
Startbeschleunigung 2,28 g
Brenndauer: max. 62 s (andere Angaben:100 s)
Reichweite: max. 300 km
Gefechtskopf: 9N33 mit A-Sprengladung RA 104-02 mit 500 kt Sprengkraft
Zielgenauigkeit bei max. Reichweite: 50% in 900m Zielkreis (CEP = 450m)

Im Buch: Die Raketentruppen der NVA wird auf Seite 29 vom Versuchsschiessen mit einer 3R9 Luna berichtet.
Bei dieser Kurzstreckenrakete wurde bei einer Zielabweichung von 602 m die Note „sehr gut“ vergeben!?
Auf Seite 160 steht: „Sicher versuchte man auch, die Trefferwahrscheinlichkeit von Gefechtsköpfen der Raketenkomplexe 9K52 Luna-M und 9K72 Elbrus zu erhöhen“.
Heißt das, dass auch die Zielgenauigkeit dieser Typen nicht den Anforderungen genügte? Gab es aus diesem Grunde keine konventionellen Gefechtsköpfe?
Auf Seite 160 steht auch: Die NVA verfügte zu keiner Zeit über Gefechtsköpfe für diesen Raketenkomplex. (9K72)

Kann ich das so übernehmen?

Gruss
Andreas

uksrtd
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Re: Adenauers Raketenschirm

Beitrag: # 925Ungelesener Beitrag uksrtd
Di 17. Nov 2020, 17:01

Leider habe ich in meinen Datenarchiv die 8K14 noch nicht gefunden, die ja als Scud B firmiert, füge jetzt die Daten der 8K11 - Scud A aus den Dienstvorschriften der NVA bei.
Anmerkung, dies sind die sogenannten Standard - Werte, real gab es immer Abweichungen die in die Berechnung der Flugdaten berücksichtigt wurden.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

andreaswagner
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Re: Adenauers Raketenschirm

Beitrag: # 932Ungelesener Beitrag andreaswagner
Fr 20. Nov 2020, 00:10

Danke, schönes Dokument!
Da sieht man noch schön den Unterschied zwischen kp (Kilopond) kg (Kilogramm), und wie gering der Brennkammerdruck und der Impuls damals noch war.
Der Fortschritt vom Nachfolgemodell würde mich schon interessieren.

uksrtd
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Re: Adenauers Raketenschirm

Beitrag: # 933Ungelesener Beitrag uksrtd
Fr 20. Nov 2020, 09:18

Im Anhang ein Teil der Original-Dokumentation, in Russisch, hatte noch keine Zeit zum übersetzen, mit den technischen Daten
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

uksrtd
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Re: Adenauers Raketenschirm

Beitrag: # 938Ungelesener Beitrag uksrtd
Sa 21. Nov 2020, 20:22

Technische Daten der Rakete 8K14 (Quelle: russische originale Beschreibung)

Länge bis zur Spitze des GK: 11 164 mm
Durchmesser: 880 mm
Spannweite der Stabilisatoren: 1810 mm
Masse der unbetankten Rakete mit GK 269А: 2076 kg
Masse der betankten Rakete mit GK 269А: 5862 kg
Masse der unbetankten Rakete mit GK 8F44 2074 kg
Masse der betankten Rakete mit GK 8F44: 5860 kg
Masseschwerpunkt (betankt) mit GK 269А, 4910 mm
(von den Aufstellflächen gemessen
Masseschwerpunkt (betankt) mit GK 8F44, 4940 mm
(von den Aufstellflächen gemessen)

Triebwerk 9D21 Flüssigkeit
Art der Treibstoffförderung: Turbinenpumpe mit Gasantrieb
Art des Starts der Turbinenpumpe durch: Pulverkammer

Treibstoffkomponenten des Triebwerkes:
Startbrennstoff. TG-02
Brennstoff: TM-185
Oxidator: АК-27 i
Art der Zündung des Treibstoffes: Chemische Selbstzündung

Lage der Rakete zur Betankung:
Oxidator: horizontal
Brennstoff: horizontal
Startbrennstoff: vertikal auf dem Startfahrzeug
Charakteristik der Betankung: Volumen-Gewicht
Gewicht des Treibstoffs und Luft bei 15 Grad C: 3786 kg
Darin enthalten:
Gewicht des Oxidators TM 27 i: 2919 kg
Gewicht des Brennstoffs ТМ-185: 822 kg
Gewich des Startbrennstoffs ТG-02: 30 kg
Gewicht der Druckluft: 15 kg

Art des Ablassens der Treibstoffkomponenten:
Oxidator: horizontal
Brennstoff: horizontal
Starbrennstoff (30 l) in Maßbehälter: vertikal auf dem Startfahrzeug
Lenksystem: autonom
Lenkkommandoausführung durch: Graphitruder
Selbstzerstörungssytem: autonom

Gefechtskopf 8F14 (269 A)
Art der Gefechtsladung für 269A: RA-104 oder RDS-4 (10 kt)
Länge: 2870 mm
Durchmesser, größter: 884 mm
Masse des Gehäuse: 273,3 kg
Masse des komplettierten Gefechtskopfes: 989 kg
Masseschwerpunkt des Gehäuse: 892 mm
(vom Montagering gemessen)
Masseschwerpunkt des kompletten GK: 787 mm
(vom Montagering gemessen)
Winkel des konischen Teils: 9 Grad 35‘

Gefechtskopf 8F44 (9N33)
Art der Gefechtsladung für 9N33(ohne Maße): RA-104 (50 kt), RA-104-1 (100 kt), RA-104-2 (300kt, andere Quelle 500 kt), RA-17 (300 kt)
Länge: 2870 mm
Durchmesser des zylindrischen Teil: 884 mm
Masse des Gehäuse: 347 kg
Masse des komplettierten Gefechtskopf: 989 kg
Masseschwerpunkt des kompletten GK: 933 mm
(vom Montagering gemessen)
Winkel des konischen Teils: 9 Grad 30‘

Triebwerk 9D21
Masse im leeren Zustand: 120 kg
Größe Länge: 1490 mm
Größter Durchmesser: 770 mm
Schub auf der Erdoberfläche Orgi.-Maß: 13310 kg (kp)
Treibstoffdurchsatz: 57,83 kg/s
Spez.Schub auf der Erdoberfläche: 230 kg /kg*s
Mischungsverhältnis des Treibstoffkomponenten B:O: 1 : 3,52
Brennzeitressourse: 100 s

Brennkammer
Düsendurchmesser: 380 mm
Anzahl der Einspritzdüsen: 519
Brennkammerdruck: 69,4 at
Druck am Triebwerksausgang 0,827 at

Gasgenerator
Treibstoffdurchsatz: 2,17 kg/s
Mischungsverhältnis B : O: 1 : 0,597
Druck im Gasgenerator: 56,8 at
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uksrtd
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Re: Adenauers Raketenschirm

Beitrag: # 941Ungelesener Beitrag uksrtd
Mo 23. Nov 2020, 13:46

andreaswagner hat geschrieben: Sa 7. Nov 2020, 00:37
Im Buch: Die Raketentruppen der NVA wird auf Seite 29 vom Versuchsschiessen mit einer 3R9 Luna berichtet.
Bei dieser Kurzstreckenrakete wurde bei einer Zielabweichung von 602 m die Note „sehr gut“ vergeben!?
Auf Seite 160 steht: „Sicher versuchte man auch, die Trefferwahrscheinlichkeit von Gefechtsköpfen der Raketenkomplexe 9K52 Luna-M und 9K72 Elbrus zu erhöhen“.
Heißt das, dass auch die Zielgenauigkeit dieser Typen nicht den Anforderungen genügte? Gab es aus diesem Grunde keine konventionellen Gefechtsköpfe?
Auf Seite 160 steht auch: Die NVA verfügte zu keiner Zeit über Gefechtsköpfe für diesen Raketenkomplex. (9K72)
Ich denke jetzt einmal an die Auswertung der Wirkung von Kernwaffen, als Kernwaffenträger und nicht anderes wurden die Raketenkomplexe (Luna, Elbrus) gewertet. Denkt man an die tatsächliche Wirkung der Japan-Kernbomben, kann geschlussfolgert werden, eine Abweichung von 1 x 1 km hat keine Auswirkung auf die Vernichtung des geplanten Zieles. Erst mit der Totschka und Oka, mit Zielabweichungen von wenigen Metern, konnten auch konventionelle Gefechtskopfe mit geringerer Sprengkraft wirksam eingesetzt/geplant werden. Tatsächlich gab es für die Elbrus keine konventionellen Gefechtsköpfe in der DDR. Erst mit der Totschka und Oka wurden Kassetten-Gefechtsköpfe (international geächtet) in den Bestand der NVA gelagert.

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