FlaRak in der UdSSR

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andreaswagner
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FlaRak in der UdSSR

Beitrag: # 920Ungelesener Beitrag andreaswagner
Di 17. Nov 2020, 11:36

Ein Hallo in die Runde!

Neben den Untersuchungen über S-75 "Dwina" + "Wolchow" Stellungen der SU in der DDR, möchte ich hier mit Untersuchungen zum Thema: frühe FlaRak-Systeme in der UdSSR beginnen. Ich hoffe auf reges Interesse.

Zuerst zum System S-25 "Berkut" welches zum Schutz Moskaus (vor US Bombern) schon Mitte der 50er Jahre aufgebaut wurde.
Hier eine damals geheime Karte der amerikanischen Aufklärung. Die kann eigentlich nur durch US und britische Höhenaufklärer entstanden sein, da es zu dieser Zeit noch keine Aufklärung mit Satelliten gab. Das zeigt dann allerdings auch, das die "Berkut" z.B. die U-2 nicht bekämpfen konnte. So ist die russische Aufregung und das "poltern" bei der UN nur zu verständlich. Ein super teures System wird installiert und dann fliegt der Feind einfach darüber!
Daraufhin wurde die Entwicklung des S-75 Systems mit "hochdruck" beschleunigt. Der Abschuss einer U-2 beendete dann ja auch das amerikanische Treiben!
Der "Wettlauf der Systeme" ging dann mit den von den USA entwickelten Fliegern A-12 und SR-71 weiter.

Doch nun auf "Anfang", zum System S-25 "Berkut" und allen 56 Stellungen!

Gruss Andreas
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AndreM1965
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Re: FlaRak in der UdSSR

Beitrag: # 922Ungelesener Beitrag AndreM1965
Di 17. Nov 2020, 14:42

Über Moskau ist wohl kein Aufklärer zu dieser Zeit geflogen. Die ersten Luftaufnahmen verdanken die Amerikaner Konrad Adenauer. Die Amerikaner hatten Hinweise auf zahlreiche, nicht identifizierte Objekte im Raum Moskau, bekamen Wind von dem Vorhaben das Adenauer die Sowjetunion besuchen wollte und baten die deutsche Regierung um Hilfe. In der Regierungsmaschine installierten sie Kameras und der Pilot erhielt Anweisungen, wann er den Auslöser betätigen sollte. Das erwies sich allerdings nicht als einfach, denn neben ihn saß während des Fluges ein sowjetischer Instrukteur bzw. Beobachter.

andreaswagner
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Re: FlaRak in der UdSSR

Beitrag: # 929Ungelesener Beitrag andreaswagner
Do 19. Nov 2020, 23:35

Hallo Andre,

da sitzt also ein sowjetischer Aufpasser bei dem Piloten in einer für Aufklärungszwecke umgebauten Lockheed L-1049 G Super Constellation und der Pilot zieht um Moskau 45 und 90km grosse Kreise um auch alle 56 Startstellungen zu entdecken und gut zu fotografieren. Der Aufpasser greift nicht ein und der Spion wird auch nicht verhaftet. Ich finde diese Vorstellung nicht logisch!
Ab 1953 kartierten die USA die SU aus der Luft neu, weil sie sich nicht länger auf alte Wehrmachtkarten verlassen wollten. Dazu bauten sie eine leichte Variante des neuen Bombers B-36. Ab 1954 wurde dann der bessere Höhenaufklärer, eine Version der B-47 eingesetzt (Flughöhe über 16 km) um Ziele für Atombomben genau zu lokalisieren.

Dazu ein Vergleich: wenn man aufrecht steht, sind die Augen in ca. 1,65 m Höhe und wir können problemlos sehen was in 8 oder 10m am Boden krabbelt. Eine Kamera in 16,5 km kann also auch locker 80, 100 oder mehr km „sehen“. Die Reichweite der ersten Raketengeneration war aber noch nicht so gross und die MiG-15 konnte nicht so hoch fliegen.
Im Sommer 1956 landete dann das erste „Wetterflugzeug“ in Westdeutschland bei Erbenheim. Es war die U-2, welche dann zu „Wetterflügen“ aufbrach und in der Abenddämmerung in Giebelstadt landete. Von dort flog sie als Aufklärer noch vor der Morgendämmerung nach Osten.

Ich hatte die Gelegenheit 1987 in Ramstein einen Start der U-2 zu erleben. Sie stieg nach dem Abheben wie ein Segelflugzeug an der Winde, bis sie außer Sicht war, einfach spektakulär!
Hier noch ein Originalplan der S-25. Das war eine grosse, aber langsame FlaRak mit bescheidener Reichweite.
Dann noch ein Foto aus Adenauers „Conny“. Dank an L. +P. Junior wo ich die Originalmaschine, welche in Moskau war betreten durfte.
Das ist sehr eng im Cockpit, wo soll da der Aufpasser noch gesessen haben? Woher hast du die Info vom Flugbegleiter im Cockpit?
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