Raketen im Jom-Kippur-Krieg

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uksrtd
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Raketen im Jom-Kippur-Krieg

Beitrag: # 471Ungelesener Beitrag uksrtd
Sa 14. Jun 2014, 17:29

Am 22.10.1973 verschoss die 65. ägyptische Artilleriebrigade 3 Raketen vom Typ 8K14 gegen israelische Pontons nördlich des Großen Bittersees. Kurz vor dem vereinbarten Waffenstillstand waren diese Starts aus dem Raum Kairo genauso wirkungslos wie die V2-Starts gegen die Brücke von Remagen. Interessant war die Konstellation der gegnerischen Kräfte zum Ende des 6-Tage-Krieges: Israel schuf einen Brückenkopf westlich des Suezkanals, Ägypten 2 Brückenköpfe östlich des Suezkanals, allerdings war die 3. Feldarmee von der rückwärtigen Sicherstellung abgeschnitten!
Auch die 64. ABr - ausgerüstet mit Luna-M - griff in die Kämpfe ein.
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andreaswagner
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Re: Raketen im Jom-Kippur-Krieg

Beitrag: # 769Ungelesener Beitrag andreaswagner
Di 6. Okt 2020, 14:13

Es war tatsächlich der Jom-Kippur-Krieg und nicht der 6-Tage Krieg, dieser war früher in den 60er Jahren. Dieser J-K-Krieg war von Sowjetstrategen und Militärausbildern aus der SU gründlich vorbereitet worden. Vor allem die Flugabwehr-Raketen der Araber aus SU Beständen hatten zunächst Erfolg. Nachdem diese Stellungen im extremen Tiefflug ausgeschaltet wurden, wendete sich das Blatt. Die Israelis hatten dann die Luftherrschaft und in deren Schutz auch Erfolg am Boden. Dabei halfen die Amerikaner mit aktuellen Satellitenbildern. In der Bundeswehr wurde dann vermehrt extremer Tiefflug geübt und die Grundlage für den später so erfolgreichen Tornado Bomber, deutscher Produktion, gelegt. Bereits die erste Tornadobesatzung, welche am US Vergleichsfliegen für Bomber teilnahm, gewann die Trophäe. Nun, in den 70er Jahren gab es den noch nicht, und so übten die Besatzungen der Fliegerstützpunkte Hopsten-Dreierwalde und Pferdsfeld mit ihren Phantom Jagdbombern diesen Tiefflug im Schatten der Bäume. Die brachten dann schon mal Baumspitzen als Trophäen mit nach Hause. Ich besitze ein Bild mit mehr als deutlichen Schleifspuren und Beulen von Bäumen an der Unterseite einer Phantom. Aber auch schon mit dem Starfighter in der Jagdbomber-Version wurde sehr erfolgreich extremer Tiefflug geübt. Als die A4 Autobahn gebaut wurde, unterflogen zwei Starfighter Piloten eine frisch errichtete Brücke. Das war aber aufgefallen und in der Presse wurde darüber berichtet. Es erfolgte ein offizieller "Anschiss" der beiden Piloten aus Nörvenich. Aber es wurde auch berichtet, der General hätte nachher gesagt: "So wünsche ich mir die Piloten!"
Wenn man sich überlegt, dass beide Maschinen im Tiefflug Überschall fliegen konnten, so hätten sie im Ernstfall auf den Abwurf von Bomben verzichten können.
Die Soldaten einer Wolchow-FlaRak Stellung hätten nach dem Überflug aus den Ohren geblutet!
Ich durfte einen Überflug einer US F-111 kanpp unter Mach 1 in 15m Höhe erleben. Es näherte sich augenscheinlich kein Flugzeug, sondern eine Wolke!
Im Vorbeiflug in ca. 100m Entfernung konnte ich nur die Spitze des Kampfbombers erkennen. Der Rest war in einer grauen Wolke verschwunden! Da kann einem schon mal das Herz stehenbleiben.

Gruß Andreas

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